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Montag (www.montag-musik.de)
Es gibt viele Lieder über die Liebe. Die einen handeln vom Suchen, die
anderen vom Finden. Manche von den Zweifeln, die jeden Liebenden
heimsuchen. Andere von Verlust und Betrug. Vom Scheitern dagegen
erzählen wenige. Zu scheitern bedeutet, sich selbst die eigenen Fehler
eingestehen zu müssen – nichts, worüber man gerne spricht. Dass darin
aber auch eine große Kraft liegt, wird leicht übersehen. Julian
Friedrich hat mit dem dritten Album „Montag“ eine Ode an die Schönheit
des Scheiterns geschrieben. Es handelt von Verlust, von Versagen und
dem Mut, sich beides einzugestehen. Um daraus zu lernen, daran zu
wachsen. Letztlich, erwachsen zu sein.
Julian Friedrich und Dominik Pobot sind Montag. Nach einer zweiten
Stunde Null, flüchtet sich Pobot in ein Musikstudium, Friedrich ins
Studio. Seine Karriere begann als Serien-Schauspieler im
Vorabendprogramm. Er hat sie aufgegeben, um Musik zu machen. Seine
Ausbildung als klassischer Musiker half ihm dabei: Friedrich
komponiert, textet, singt und arrangiert in Eigenregie. Sich ganz auf
seine Musik zu verlassen, ist eine mutige Entscheidung. Er riskiert,
legt sein Können in die Waagschale und gewinnt. Die federleichten
Streichersätze, die viele der Stücke auf „Montag“ tragen, die
elektronischen Elemente („Heute ist Montag“) und die Backgroundvocals
entstehen zu großen Teilen nicht im Studio, sondern zuhause, in seiner
Wohnung. Dadurch bekommt das Album eine Räumlichkeit, die besonders im
sanften Song „Morgens“ eine eigenwillige Wirkung entfaltet: das Klavier
ist gedämpft (der Nachbarn wegen) und nahezu unhörbar nimmt im
Hintergrund der Tag seinen Lauf – Kinder lachen auf der Straße, Vögel
zwitschern, der Wasserhahn tropft und eine Tür fällt ins Schloss. Das
ist Alltag, so banal und gleichzeitig wunderschön, wie ihn Friedrich
auf diesem Album beschreibt. „Wir klettern über die Freibadschranken,
die Liegewiese wird zum Tanzflur gemacht“ heißt es im sorglosen
„Sommernacht“, einem Lied über den Moment, wenn die Liebe zwei Menschen
am Schlafittchen packt. „Part 2“ greift diese Stimmung auf, rockt, ganz
der Euphorie der Liebe ergeben. Doch selbst in diesen beiden Stücken
lässt er einen nicht vergessen, dass nichts selbstverständlich ist: es
ist der Zufall, der zwei Menschen einander in die Arme treibt. Ob sie
als Einheit bestehen können, ungewiss.
Fast drei Jahre hat Julian Friedrich an diesem Album gearbeitet. Sechs
Monate davon zurückgezogen in einem Haus in Italien, um nach Trennungen
„wieder zu mir zu finden“, wie er sagt: „Nur ich, mein alter Benz und
ein paar Instrumente im Kofferraum.“ Seine Gedanken über das Scheitern
finden sich in den getragenen, anrührenden Songs „Was wir sagen“ und
"Ruinen“. „Verwitterte Sprache, die nur wie Liebe klingt“ heißt es da
und „es ist nur Hoffnung, die wir letztlich aufgeben.“ Die Versöhnung
mit sich selbst beschreibt dann auch das letzte Stück auf der Platte,
„Part 3“. Unter die Geigen von Julian mischt sich die Unbeschwertheit
von Dominiks Banjo – wenn man sich aufgerafft hat, ist es plötzlich
ganz einfach, weiterzugehen. Montag klingt erwachsener, Friedrich ist
sich selbst mit diesem Album tatsächlich ein Stück näher gekommen.
Pobot auch. Und deswegen haben sich die Beiden auch nach langem Zögern
erlaubt, ein Cover einzuspielen: „Tausend Jahre sind ein Tag“ von Udo
Jürgens. Ein Lied, das sie und so manchen von uns durch die Kindheit
begleitet hat. Ein Lied über das Erwachsenwerden.

Feature: K & M / Forced Movement
Martin
Risel, Deutschlandradio,
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