Auf ein Wort, Florian | 27.06.08

Florian Richter, c-tube Jury-Mitglied seit dem 25.06.08, ist Produzent, Songschreiber und Remixer. Er hat mit zahlreichen Top Acts zusammen gearbeitet, war ECHO-nominiert in der Sparte "Bester Produzent" und hat an seinen Wänden Gold - und Platinauszeichnungen. Viele Gründe für ein spannendes Interview... Auf ein Wort, Florian!

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Hallo Florian, als Auftraggeber für Songs, Produktionen und Remixe hattest du eine Menge Top Stars dabei? Wann hat das angefangen, wie sind die auf dich gekommen?

 

Florian: Bis ich meinen ersten Chart-Erfolg hatte, war es schwierig mit etablierten Künstlern zu arbeiten. Danach öffneten sich bei den Plattenfirmen einige Türen, ich bekam entsprechende Angebote... und glücklicherweise kann ich gut Vocals aufnehmen und abmischen, das hat mir einige Jobs gebracht. Wichtig ist auch, dass ich in einem Netzwerk von befreundeten Produzenten und Musikern Unterstützung bekomme, also auch komplexere Aufgaben in einem Team lösen kann.

Florian Richter vor Beginn seiner musikalischen Karriere...

 

Ist dir einer dieser Menschen besonders ans Herz gewachsen und wenn ja warum?

 

Florian: Einige sind mir sehr ans Herz gewachsen... zusammen Musik machen, vor allem wenn man auch komponiert und über Texte diskutiert, kann sehr intensiv sein. Und ich bewundere Menschen, die sich für ihre Ziele engagieren, die es unbedingt wissen wollen - bei den meisten Künstlern ist das wohl so.

 

Aus der Sicht des gefragten Produzenten: welche Bedeutung haben die Massenportale wie MySpace und YouTube und ihre sogenannten "social communities"?

 

Florian: Myspace und YouTube sind klasse, um Songs und Videos zu präsentieren, aber um auf sich aufmerksam zu machen taugen sie nicht mehr - zu erschlagend ist das Angebot, und zu viel Mist ist dabei, als dass man dort mit Spaß nach guter Musik suchen könnte... da ist c-tube mit den User- und Jury- Bewertungen schon wesentlich gezielter...

 

Auf was hat ein Produzent heutzutage zu achten und welche Tipps kannst du jungen Leuten geben mit auf den Weg geben, die diesen Pfad beschreiten wollen?

 

Florian: Ich glaube, das größte Problem heutzutage ist, dass musikalisch schon so viel gesagt ist... die Hörer sind schon gut versorgt, nicht nur die aktuellen Künstler sondern auch die der letzten dreissig vierzig Jahre konkurrieren um Aufmerksamkeit. Selbstdarstellung und Selbstmarketing ist allgegenwärtig... umso schwieriger ist es, wirklich interessante eigenständige Musik zu schaffen, mit interessanten Texten, von Künstlern die etwas zu sagen haben. Aber es geht natürlich immer noch. Man braucht auf jeden Fall einen langen Atem, ein gutes Netzwerk und Business Know-How. Ein Produzent im eigentlichen Sinne muss ja noch nicht einmal aufnehmen und abmischen können, sondern nur wissen was er will, die interessanten Aspekte der Musik herausarbeiten, erahnen was die Hörer begeistern könnte... und das Team zusammenhalten.

 

Deine momentanen Top 3-Titel/Acts und warum?

 

Florian:

  • Mute Math - inspirierende Rockmusik, moderner Sound, weder Indie noch Mainstream, gute Texte, geniales Debut-Album
  • The Bang Gang - australisches DJ-Team, tanzbar und nicht ausgelutscht
  • Al Jarreau: Look to the rainbow (live) - der kann singen!

 

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(MLopez / 27.06.08 / 12:10)

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