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Bewertungen sind auf halbe Sterne gerundet. Die Berechnung der Charts erfolgt jedoch mit voller Genauigkeit.
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Martin Risel + Henning Wehland + Simon Triebel + Uwe Bossert + René Rennefeld + Janzoulou + Michael Seiler + DDA + Franky Ziegler + Christian Gstöttner + Anthony Thet + Ralf Wunschelmeier + Chris Zippel + David Lee Brewer + Baby Universal + Martin Kilger + Siebeth + Christine Watty + Namito + Henning Rümenapp + Dom Berlin + Christian Wenzel + Peter Pulfer + Jan Hoffmann + nackt + Karl Stechl + Schumann & Bach + Jürgen Ehneß + Marcel Thenée + Isabell Raddatz + Johannes Strate + Elke Brauweiler + Marc Loell + Florian Richter + Anne Riediger + Hahn & Hahn + Martin Agregado + Donata Caspar + Cathrin Weidner + Richard Goehrlich + Steve van Velvet + Sandra Mynheer + Philsen + Jakob Sinn + Dave Reichert ...

Mit dem Clip zu "My Diamond" hinterließen AYEFORE aus Frankfurt am Main in 2008 einen blendenden Eindruck auf c-tube: kraftvoller Rock mit messerscharfen Riffs und einer Portion Orientalik. Für "Words Fail" packten sie in Bild und Ton nochmal eine Schippe drauf. Das Ergebnis: Nr. 1 in den c-tube Charts # 80. Wir gratulierten und zerrten die Jungs umgehend vor den Rechner. Das c-tube Interview mit AYEFORE!

AYEFORE, wir haben uns einen abgebrochen, euch in die "richtige Schublade" zu packen. Wer ist AYEFORE und wie könntet ihr einem Ahnungslosen am besten euren musikalischen Hafen erklären?
AYEFORE: Ayefore sind Daniel Börsch, Tunc Yomolcay, Claus-Alexander Fuss und Jörn Klein. Außerdem begleitet uns hinter den Kulissen Ex-Gong Keyboarder Howard Scarr. Hauptsächlich wurden wir alle in den frühen Neunzigern musikalisch sozialisiert, was auch den Sound von Ayefore entscheidend prägt. Natürlich sorgt auch der türkische Background von Tunc dafür, dass viele verschiedene musikalische Einflüssen auf uns wirken und dem Ganzen stellenweise ein orientalischer Schliff verpasst wird. Daher ist unsere Musik nur schwerlich in eine einzige Sparte zu packen – ist für uns auch nicht wichtig. Letztendlich handelt es um handgemachten Gitarren-Rock.

Ihr kommt aus Frankfurt am Main. Wie sieht die dortige Musikszene aus und welche Rolle spielt ihr darin?
AYEFORE: Die Frankfurter Musikszene ist vielseitig. Es gibt zahlreich Bands und Projekte aller erdenklicher Musikrichtungen. Jedoch eilt der Stadt nicht unbedingt der Ruf "Rockcity Frankfurt" voraus. Dies hängt vermutlich auch mit bekannten Hiphop- und Technogrößen der Stadt zusammen, die den musikalischer Hauptexport Frankfurts darstellen. Doch der erste Eindruck täuscht.
Es gibt zahlreiche Konzertveranstalter und interessante Live-Clubs unterschiedlicher Größe. Viele interessante Rock-Bands sind in Frankfurt zu Hause. Darüber hinaus gibt es "VirusMusik e.V." - eine von der Stadt getragene Förderinitiative - die Konzerte, ein Lokalradio, Proberäume und einen eigenen Mailorder für regionale Bandveröffentlichungen bietet, siehe auch www.virus-plattenladen.de.
AYEFORE sind seit fünf Jahren aktiv in der Szene etabliert und engagiert. Daher sind wir mit den meisten Musikern und Supportern der Szenen gut befreundet. Man kennt und trifft sich in Proberäumen, Bars, bei Konzerten usw. Wir sind glücklich, dass unsere Konzerte in Frankfurt sehr gut besucht sind und wir deshalb auch Bands in Schlepptau nehmen können, um die lokale Szene Frankfurts zu fördern und weiter anzukurbeln. Das liegt uns, neben der Streuung unserer eigenen Musik, sehr am Herzen.
Auf welche Ziele arbeitet ihr momentan hin?
AYEFORE: Wir haben vergangenen Sommer ein Demo mit neuen Tracks als Vorproduktion für unser neues Album aufgenommen. Es beinhaltet fünf neue Stücke sowie die neue Version von "Words Fail", zu dem auch das Video gedreht wurde. Wir wollen mit Ayefore einen entscheidenden Schritt weiter gehen und haben daher das Demo und unsere beiden Videos in einem Promopaket zusammengefasst.
Mit diesem Paket versuchen wir Partner zu finden, die mit uns professionell zusammenarbeiten wollen und uns dabei unterstützen, das neue Album fertig zu stellen und zu veröffentlichen. Dazu zählen in erster Linie Labels, Bookingagenturen, Managements sowie Medien- und Finanzpartner.
"Words Fail", euer Gewinnersong der c-tube Charts Nr. 80, hat schon einige Monate auf dem Buckel. Nichtsdestotrotz habt ihr diese Nummer neu arrangiert, dafür zum Teil neue Passagen eingespielt und nochmals gemastert. Wie kam es dazu und warum habt ihr nicht, wie sonst üblich, einer neuen Nummer ein eigenes Video angedeihen lassen, um damit eventuell den nächsten Schritt in der Karriere einzuleiten?
AYEFORE: Wir hatten für November letzten Jahres im HorusStudio Hannover ein Test-Recording vereinbart. Da unser neues Material zu diesem Zeitpunkt noch nicht reif war, entschieden wir uns dazu, einen Song von "Smoking Gum Evidence" in ein Single-Format umzuarrangieren. Die Wahl viel auf "Words Fail". Wir produzierten die Single im Rahmen unserer aktuellen Arbeiten zum neuen Album im Analoghausstudio fertig. Wir entschieden uns dazu, diese Single als "Vorab-Teaser" zu verwenden, mit einem Video zu versehen und damit einen kleinen Vorgeschmack auf das kommende Album zu bieten. Insofern haben wir schwer recycelt. Die Entwicklung von der alten Version des "Smoking Gum Evidence"-Albums zur neuen zeigt jedoch unsere eigene Transformation und dokumentiert den Link zwischen dem letzten Ayefore-Kapitel "Smoking Gum Evidence" und zukünftigen Schritten, die wir mit der Band gehen werden.

Welchen musikalischen Werdegang bringt ihr in dieses Projekt ein? wie entstehen eure Songs und mit wem und wo setzt ihr diese um?
AYEFORE: Wir kennen uns alle schon ziemlich lange aus sich überschneidenden Freundeskreisen. Ende 2002 begannen Daniel und Jörn, gemeinsam Musik zu machen. 2004 hat sich die Band in ihren Grundzügen formiert. Claus ist dann nach unserer Tour 2008 in die Band eingestiegen. Unsere Ideen setzten wir hauptsächlich in Eigenregie um. Eigentlich produzieren wir alles selbst - von der Produktion der Demos im Proberaum über Designideen für Homepages usw.
Wo wir allerdings an Grenzen stoßen, unterstützt uns ein breites Feld an Freunden, die sich professionell mit Recording, Design, Film, Foto etc. beschäftigen. Viele stammen auch aus der Frankfurter Musikszene. Ohne sie und ihr Engagement wäre Ayefore in der jetzigen Form undenkbar.
Was ist euch beim Songwriting und bei der Produktion wichtig?
AYEFORE: Riffs sind immer die Grundlage. Wir arrangieren die Songs dann möglichst so, dass wir sie live im Studio einspielen und auch ohne große Veränderung auf die Bühne bringen können. Das Livefeeling bei Aufnahmen ist uns sehr wichtig. Da wir Connections zu einem voll analogen Tonstudio haben und uns diese Aufnahmetechnik sehr interessiert hat, entschieden wir uns für das Analoghaus-Studio bei Frankfurt. Die Texte stammen größten Teils aus der Feder von Daniel und Howard. Die Texte entstehen beim Singen und selten vor einem weißen Blatt Papier. Je poetischer und bildhafter, um so besser. Wie sagt man so schön: schreiben heißt um- schreiben.
Ihr seid live regelmäßig unterwegs. Wie kommt ihr an eure Gigs? Ist das lohnend, Selbstausbeutung oder notwendige PR?
AYEFORE: Zur zeit ackern wir uns wieder mal am Booking ab. Da wir keine Bookingagentur haben, läuft alles über Telefon und Internet ab. Das ist echt zeitaufwendig... Gerade in anderen Städten ist es verdammt schwer an Termine zu kommen, da Veranstalter Angst vor hohen Kosten haben, bzw. vor Veranstaltungen, für die sie drauflegen müssen. Daher heißt es oft: Ihr wollt spielen? Das kostet! Bei unserer ersten Tour 08 sind wir gerade bei Null rausgekommen. Unser Wunschziel ist es, nicht draufzuzahlen. Denn für uns ist es immer noch das Größte, auf einer Bühne zu stehen und mit Leuten zu feiern, die den Moment mit uns teilen und genießen können.
Bitte erzählt uns alles zu eurem beeindruckenden, klaustrophobischen neuen Video "Words Fail"! Um was geht es in Text und Bild, hattet ihr Video-mäßige oder filmische Vorbilder und mit wem habt ihr es umgesetzt?
AYEFORE: Wie beim ersten Video haben die Film-Jungs "Blumen&Flow" eine Idee entwickelt, wie man den Song visuell umsetzen könnte. Daraus hat sich das Konzept des beengten Raums ergeben.

Der Text beginnt ja gleich mit dem Satz "see the other fool, talking in a circle, his world is a third hand memory." Man stelle sich einen Menschen in der Welt vor, die es immer schwerer macht, ein authentisches Identitätsgefühl zu entwickeln und einen zwischen Leistungsgedanken und dem Wunsch nach Ruhm und ewigem Urlaub einklemmt. Er lebt nach Idealen und Sehnsüchten, die ihm vorgekaut werden und ihn nachhaltig in die Irre treiben und scheitern lassen. Der Refrain bricht das dann auf mit "we show for a while, we grow world wide", einer Art Hoffnungsschimmer. Globalisierung als Möglichkeit schädlicher Gleichmachung oder eben der positiven Verbindung miteinander, durch Musik und Kreativität, über Ländergrenzen und Kulturen hinweg.
Na, das nenn ich mal einen handfesten Leitfaden, um Bild und Musik interpretatorisch unter einen Hut zu kriegen! Und jetzt: in Blick in die nahe Zukunft, Ayefore 2010...
AYEFORE: ...wird eine neue Platte an den Start bringen und (hoffentlich ;D ) auf zahlreichen Bühnen zu sehen sein.
Links:
© Marcos López für c-tube Media GmbH, 24. November 2009

Feature: K & M / Forced Movement
Martin
Risel, Deutschlandradio,
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