Auf ein Wort, Cathrin Weidner c-tube Jury | 01.10.08

Wieder eine mehr! Unsere Jury wächst und wächst, seit kurzem können wir nun auch Cathrin Weidner auf c-tube begrüßen. Trotz ihrer jungen 33 Jahre, ist sie bereits ein "alte Häsin" im Business. Als persönliche Assistentin von niemand geringerem als Udo Lindenberg gestartet, führte sie ihr Weg in die Promotionabteilung der Majorlabels Universal und BMG und schließlich ins Music Publishing (BMG), wo sie bis vor einigen Monaten tätig war. Nun hat sich Cathrin mit ihrer Agentur C.C. Management selbstständig gemacht. Sie begleitet talentierte Musiker durch den Dschungel einer sich im Umbruch befindenden Branche…

 

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Cathrin, Du bist seit April dieses Jahres selbstständig als Künstlermanagerin tätig, mit deiner Agentur C.C.Management. Was macht ihr genau, was sind deine Aufgaben?

 

Cathrin: Ich kümmere mich um die unterschiedlichsten Belange der Künstler die bei mir unter Vertrag sind. Zum klassischen Künstlermanagement gehören bspw. Konzeption, Unterstützung und Förderung der künstlerischen Entwicklung, die Beauftragung einer Bookingagentur, Vorbereitungen & Verhandlungen von unterschiedlichsten Verträgen, die Koordination / Vorbereitung von Musikproduktionen, Herstellung der Kontakte zu geeigneten Produzenten, Akquisition von Werbepartnern / Sponsoring, Planung / Betreuung von Promotionaktionen des Künstlers, Imagepflege des Künstlers, etc. Jede Band, die ich betreue, hat einen individuellen Anspruch und muss entsprechend betreut werden. Das macht die Arbeit umso interessanter und abwechslungsreicher.

 

 

Dein Werdegang ist mehr als interessant, das können wir bereits in deinem Profil auf c-tube lesen. Wie war deine Zeit in über zehn Jahren Musikbranche?

 

Cathrin: Die Arbeit in den unterschiedlichsten Bereichen der Musikindustrie war für mich immer spannend und lehrreich. Ich konnte bis heute ganz unterschiedliche Erfahrungen machen, und lerne immer noch dazu.

Was hat dich dazu bewogen dich letztlich selbstständig zu machen?

Cathrin: Es war einfach an der Zeit und der nächste logische Schritt für mich. Den Wunsch, als Künstlermanagerin tätig zu sein, hatte ich schon lange, und der Zeitpunkt für die Selbstständigkeit passte einfach gerade sehr gut.

 

Der Einstieg in die Musikwirtschaft gelang die als persönliche Assistentin (PA) für Udo Lindenberg, eine der schillerndsten Persönlichkeiten der deutschen Musiklandschaft. Wie dürfen wir uns das vorstellen und wie kam es eigentlich dazu?

 

Cathrin: Das war Zufall. Udo Lindenberg lebt, wie alle wissen, im Hotel. Ich habe damals dort gearbeitet (Ausbildung zur Hotelfachfrau, im Anschluss "Front Tournant"). Er kam irgendwann auf mich zu und fragte, ob ich als ihn als PA auf  seiner anstehenden "Belcanto Tour" begleiten wolle. Für mich war es ein Sprung ins kalte Wasser, aber eine riesige Chance, die ich genutzt habe. Durch ihn habe ich alle ersten, wichtigen Kontakte in der Musikindustrie machen können. Die Arbeit mit Udo Lindenberg war wahnsinnig spannend, abwechslungsreich und auch ein wenig verrückt. Man konnte nie genau sagen, was der nächste Tag bringt, war aber immer auf alles vorbereitet – Udo war der Kapitän und hatte das Kommando.

 

Du hast in deinem bisherigen Arbeitsleben mit vielen Bands und Künstlern zu tun gehabt. Was kannst Du jungen, talentierten Bands mit auf den Weg geben, die ihre Musik zum Beruf machen möchten?

 

Cathrin: Neben der Tatsache, dass sie gute Musiker sein sollten, ist es ist die Mischung aus Glaubwürdigkeit, Authentizität und dem Talent zur Darstellung. Das zeichnet eine erfolgreiche Band aus. Diese Punkte müssen nicht unbedingt alle gleichermaßen stark ausgeprägt sein, aber wenn diese Komponenten zusammenkommen, dann ist sicherlich schon einmal der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft gelegt. Diese Eigenschaften schätzt und honoriert das Publikum, egal in welchem musikalischen Genre. Man braucht einen langen Atem, viel Durchhaltevermögen, und ein dickes Fell. Das berühmte Quäntchen Glück spielt sicherlich auch oft eine Rolle. Hinzu kommt eine gesunde Mischung aus Selbstvertrauen und Kritikfähigkeit die auf dem Weg nach oben benötigt wird.

Vor kurzem durften wir dich als Mitglied unserer Jury bei c-tube begrüßen. Was ist dein Eindruck von c-tube? Was gibt es aus deinen ersten Jury-Tagen zu berichten? Was hast Du erlebt?

 

Cathrin:  Mir ist durch Eure Plattform mal wieder bewusst geworden, wie breit die Spanne zwischen Talent, Nichttalent, witzigen, kreativen Videoideen und gähnender Langeweile ist. Auf jeden Fall war es bis jetzt ziemlich unterhaltend!

Die Musikbranche verändert sich seit einiger Zeit stetig. Es gibt negative Seiten; die Leute kaufen immer weniger CDs. Es gibt aber auch positive Entwicklungen, wie bspw. die ständig steigende Zahl von Konzertbesuchern - das Livegeschäft wird wichtiger als je zuvor. Des weiteren tun sich neue Wege auf: z.B. rein digitale Releases. Überhaupt spielt sich immer mehr im Internet ab. Wie beurteilst Du diese Entwicklung? Was prognostizierst Du für die Zukunft?

Cathrin: Eine Analyse kann ich nicht erstellen. Man wird sicherlich in der nahen Zukunft immer mehr Bands entdecken, die sich über die diversen Online-Plattformen einen Bekanntheitsgrad erschaffen, der früher in dieser Form nicht möglich gewesen wäre. Bands und Managementbüros suchen sich neben einer guten Vertriebsstruktur ein gutes, kleines Promotionteam, Bookingagenturen kombinieren mit übergreifender Promotion ihre Arbeit mit Bands, Musikverlage nutzen ihre extrem weit gefächerten Marketingfläche usw. Alle diese Modelle sind mittlerweile existent und werden mit Hilfe des Internet weiter ausgebaut werden.  Von rein physischen CD Verkäufen kann mittlerweile kein Künstler mehr existieren, es gibt heutzutage keine Band, die nicht eine Plattform wie Myspace, Youtube, c-tube etc. für sich nutzt. Downloads und digitale Releases sind feste Begriffe in der Branche und mittlerweile schon normale Vorgehensweisen um ein Musikprodukt der Masse zur Verfügung zu stellen. Mit jeder Weiterentwicklung in diesem Segment gibt es auch neue Ideen, Musik im Netz zu vermarkten. Wie sich das auf die Plattenlabels auswirken wird, bleibt abzuwarten. Einige sind bereits dabei, ihre klassischen, altbekannten Strukturen aufzulösen und neue, auch oben genannte Bereiche, mit in ihre Arbeit einzubinden (z.B. Eingliederung von einer Bookingagentur, direkt eingebundene Musikverlage).

 

Welche Rolle spielt deine Agentur C.C.Management in dieser veränderten Musikbranche?

Cathrin: Momentan befinde ich mich noch im Aufbau. Für mich steht der Anspruch im Vordergrund, meinen Bands die bestmöglichen Strukturen zu einem langfristigen Erfolg zu erarbeiten. Dazu gehört sicherlich, die Entwicklungen in der Branche zu beobachten und entsprechend zu agieren.

Na dann: c-tube wünscht Dir alles Gute! Und wer von den c-tube Bands nach einem geeigneten Management sucht, kann hier mit Cathrin Kontakt aufnehmen: C.C.Management (Steffen Hoffmann / MLopez / 01.10.08 / 08:00)

 


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