RALF WUNSCHELMEIER im Interview

RALF WUNSCHELMEIER gehört schon ewig zur c-tube Community und bereichert diese regelmäßig mit seinen Videos. Zehn Musikvideos und ein EPK hat er bereits hochgeladen, was uns, zusammen mit seiner symphatischen Art +  seinem Profiwissen,  dazu veranlasste, ihn in die c-tube Jury einzuladen! Im Interview befragten wir ihn zu seinen Songs, seinem musikalischen Stil und zu allem, was man von einem Tausendsasser eben so wissen will...

 

 

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Hallo Ralf! Deine Gechichte - vom Hobbygitarrero bis hin zum Ohrwurm-Popper...

Ralf Wunschelmeier: Als ich in der 3. Klasse Grundschule war, wollte ich unbedingt Klavier lernen – mein Dad hat mich aber für Gitarrenunterricht angemeldet. Zum Glück! Ich hatte 13 Jahre Klassikgitarrenunterricht, nebenbei lernte ich autodidaktisch E-Gitarre und mit 14 hatte ich meine erste Band. Seitdem schreibe ich Songs, meist auf Englisch, ab und zu auf Deutsch.  An den Musikhochschulen in Leipzig und Dresden hab ich nach dem Abi E-Gitarre und klassische Gitarre studiert. Seit 6 Jahren gebe ich Musikunterricht und spiele in professionellen Bands. Meine Leidenschaft ist Songwriting; bis heute schrieb ich an die 70 Titel, die ich meist selbst bei mir im Studio produziere.

 

 

Manchen drängt sich ein Vergleich mit PUR auf. Das kann man gut finden - oder auch nicht! ;-)  Wie gehst Du mit solchen Aussagen um?

Ralf Wunschelmeier: Das stört mich nicht. Ich bin weder für noch gegen PUR. Aber supererfolgreich waren sie schon. Ich habe auch im Mixdown kein "Sounds-Like-PUR" - Plug-in in die Stereosumme geladen. Mein Ding ist: ich mache Mainstream Pop/Rock. Das kommt immer raus wenn ich Songs schreibe, ich kann und will nichts dagegen tun.

 

 

Was macht für dich einen guten Song aus?

Ralf Wunschelmeier: Irgendwas in einem Song muß mich packen – seinen es zwei Töne auf der E-Gitarre, ein Groove, der mich nicht mehr losläßt, oder der Klang der Stimme. Ein Lied ist für mich eine wie eine Kurzgeschichte. Man hat eine Idee, man recherchiert, analysiert, reduziert und packt sie in drei Minuten Spielzeit. Ein guter Song muß authentisch sein. Ein guter Song muß ohne fette Produktion funktionieren, einfach nur Stimme und Acoustic Guitar

 

Und ein gutes Video? Nenn uns dabei zwei, drei Produktionen, die du auf c-tube entdeckt hast und die dich umgehauen haben...

Ralf Wunschelmeier: Mein Lieblingsvideo auf c-tube ist "We coming around" von den Mighty Vibez. Absolut perfekt gemacht. "Rare" von Kathrin Scheer find ich auch genial. Ich empfinde video production und music production als ebenbürdige Kunstformen. Ein Video kann einen Song um 100 Prozent verbessern, und umgekehrt. Wenn beides verschmilzt, das eine das andere perfekt ergänzt – that´s it!

 

 

Gibt es ein Rezept für einen "Instant Hit"? Oder herrscht in der momentanen "Musikwirtschaft-bricht-zusammen-alle-machen-Web 2.0" - Situation große Ratlosigkeit?

 

Ralf Wunschelmeier: Was ist ein Hit? Meiner Meinung nach wird ein Song zum Hit, wenn die Promotion-Maschine richtig funktioniert; sprich, die großen Radiosender spielen das Lied täglich in Heavy Rotation; die Konsumenten kriegen das Ding – falls der Refrain einigermaßen mitsingbar ist – nicht mehr aus dem Kopf. Über Niveau braucht man sich auch nicht beschweren, in den 1970gern war "Das Lied der Schlümpfe" 8 Wochen Nummer 1 in Deutschland. Irgendwie muß man mit seinem Produkt den Zeitgeist ahnen – wohl eher unabsichtlich genau den Nerv treffen – oder einen A&R, der einen für wirtschaftlich potent hält.

 

Einerseits macht das Web den Musikmarkt unglaublich transparent, denn alles ist jederzeit – und umsonst – verfügbar, andererseits wird das Musikbiz entzaubert, das Überangebot ist enorm. Eigentlich bin ich sehr glücklich, daß ich Dank der neuen Möglichkeiten (Computer, Software, Digicams) meine Ideen in relativ guter Qualität und mit wenig Geld umsetzen kann.



Wie bist du auf c-tube aufmerksam geworden und wie ist dein Eindruck von unserem Konzept?

 

Ralf Wunschelmeier: Ich kaufe mir jeden Monat das Magazin GUITAR. Dort las ich, daß es bald die Plattform c-tube geben wird. Das Konzept klang für mich super, also hab ich als einer der ersten einen Clip hochgeladen. Ihr habt mich damals belohnt mit einer Videoschnitt-Software. Danke nochmal dafür! Ich hoffe, daß Ihr es schafft, von c-tube aus einen richtig großen, längerfristig erfolgreichen Musik-Act zu erschaffen.

                            
Was ist gut? Was ist schlecht?

Ralf Wunschelmeier: Ich finde klasse, daß Leute wie René Rennefeld, David Lee Brewer, Simon Triebel, oder Marcos López sich meine Songs angehört haben, und mir Tips und Kritik zukommen lassen. Das bereichert sehr. Schlecht? Will nicht schleimen, aber da fällt mir grad gar nichts ein.

                            
Du gibst ja auch Gitarrenunterricht. Deine persönlichen "Gitarrengötter"

Ralf Wunschelmeier: Das schwankt etwas, je nach Laune. Ich mag Eddie Van Halen, Gary Moore, Steve Vai, The Edge, David Gilmour, Steve Lukather, Tomatito, Django Reinhardt, Don Ross, Agniello Desiderio... to be continued.



Welche Tipps gibst du deinen Schülern mit, bzw. welche Tipps hast du generell für aufstrebende Musiker parat?

Ralf Wunschelmeier: Meinen Schülern geb ich vor Allem den Tipp zu üben und weniger am Computer zu zocken. Ich bin selbst aufstrebender Musiker, also, wer kann mir Tipps geben?

 

 

Deine Pläne für 2009?

Ralf Wunschelmeier: Im Moment produziere ich ein Album für die Sängerin VANESSA CHASE. Das wird im Sommer fertig werden. Ein Video vorab wird es auch bald geben. Dann möchte ich noch einen Ausflug in die tiefsten Tiefen des Schlagers unternehmen und schreibe mit einem Freund gerade an wirklich herzzerreißenden Liedern für die Generation 50+. Mein neues Rock/Pop-Projekt heißt SPACEROVA, da sind zehn Nummern fertig geschrieben. Die nehme ich dieses Jahr auch noch auf, und versuche, den einen oder anderen Videoclip zu realisieren. Drei neue Songs stehen schon vorab auf meiner MySpace-Seite. Einfach mal reinhören!

 

 

 

Links:

 

©  Simeon Spengler & Marcos López für c-tube Media GmbH, 29. April 2009